Wald, Wildnis und Tiere
Mit dem Sihlwald und dem Langenberg sowie einem Besucherzentrum bietet der Wildnispark Zürich eine einzigartige Kombination von Wald, Wildnis und Tieren.

Faszinierende Naturerlebnisse
Der Wildnispark Zürich besteht seit 2009 und umfasst mit dem Sihlwald den einzigen Naturerlebnispark der Schweiz und mit dem Langenberg den ältesten schweizerischen Tierpark. Er bietet eine einzigartige Kombination von Wald, Wildnis und Tieren.

 

Mit seinen Teilgebieten Sihlwald und Langenberg misst der Wildnispark Zürich rund zwölf Quadratkilometer und ermöglicht jährlich über einer halben Million Besucherinnen und Besuchern faszinierende Naturerlebnisse, Erholung und Einblick in den Rhythmus der Natur.

 

Kontrast zwischen Stadt und Natur
Der Wildnispark Zürich nimmt in der Agglomeration Zürich eine wichtige Aufgabe wahr: er bietet der urbanen Bevölkerung jederzeit frei zugängliche Naturerlebnisse und Erholung und macht den Kontrast zwischen dem städtischen Leben und dem Rhythmus der Natur erlebbar.

 

Für alle Besucherinnen und Besucher stehen verschiedene Möglichkeiten von betreuten Angeboten wie Kursen, Führungen und Workshops bereit. Wer lieber auf eigene Faust loszieht, kann sich Tipps im Besucherzentrum in Sihlwald holen oder seinen Ausflug in den Wildnispark Zürich mit dem digitalen Ausflugsplaner vorbereiten.

Gämsen mitten im Sihlwald
In den letzten Wochen sind unsere Rangerinnen und Ranger im Sihlwald wiederholt einer Gämse begegnet. Gämsen hier bei uns? Das klingt exotisch. Der Jagdaufseher von Thalwil und Oberrieden, Hanspeter Reifler, winkt ab: «Gämsen finden immer mal wieder den Weg zu uns.» Auch er hat das männliche Jungtier, das auf der rechten Sihlseite unterwegs ist, mehrmals gesehen.

Das im Alpenraum beheimatete Tier flüchtet in der Regel nicht sofort, sondern verharrt eine Weile an Ort. Gämsen fliehen erst, wenn eine bestimmte Distanz unterschritten wird. Diese ist im Vergleich zu anderen Alpentieren eher klein. Reifler ist sich sicher, dass es sich wiederholt um ein und dasselbe Tier handelte. Dass ein männliches Jungtier auf Besuch in den Sihlwald kommt, ist charakteristisch: «Wenn die männlichen Jungtiere geschlechtsreif werden, kommt es zu Revierkämpfen. Das schwächste Jungtier wird vom Rudel verstossen und muss sich ein neues Revier suchen», erklärt der Jagdaufseher. Dabei verlässt es bekannte Gegenden und stösst manchmal bis zu uns ins Mittelland vor. Woher die Tiere genau kommen, ist schwer zu sagen, der Jagdaufseher vermutet Schwyz als Herkunftskanton.

 

In den vergangenen Jahrzehnten sind alle paar Jahre Gämsen entlang des Albis und am Üetliberg gesichtet worden. Es kam sogar vor, dass sich verstossene Gämsen bis ins Siedlungsgebiet wagten: 1991 wanderte ein Gämsbock bis in die Stadt Zürich hinein. In der Nähe des Bahnhofs Enge wurde er von einem Auto totgefahren. Im Jahr davor musste in Adliswil ein junger Gämsbock erlegt werden, weil er in Schafeinzäunungen eingedrungen war und mehrere Schafe mit den Hörnern tödlich verletzte.

 

Alle gesichteten Gämsen waren jeweils plötzlich da, niemand wusste genau, woher sie kamen. Und genau so schnell, wie sie gekommen sind, verschwanden sie auch wieder von der Bildfläche. Jagdaufseher Reifler nimmt an, dass der momentan gesichtete Gämsbock auf seiner Suche nach Artgenossen bald wieder weiterziehen wird.